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Geschichte der ACD Zucht:

Die Historie des Australian Cattle Dog -ACD- ist genauso lang und facettenreich wie die Geschichte der Kolonialisierung Australiens selbst. Die frühen Siedler brachten neben ihrem Vieh natürlich auch ihre Arbeitshunde -Working Collies-mit nach Australien. Diese Hunde wurden seit Generationen als Arbeitshunde in UK gezüchtet. Diese Collies erwiesen sich solange als geeignet den Viehbestand zu hüten und zu treiben, bis die Siedler begannen die Isolation zu erobern, entfernte Gebiete im Süden und Norden, bis hinauf zu Hunter Valley, New England und noch weiter zu erreichen. Diese Viehtriebe unter extremen klimatischen Bedingungen, starker Regen, unwegsames Gelände, setzten diesen für britisches Klima gezüchteten Rassen zu sehr zu. Sie waren schlichtweg für australische Verhältnisse ungeeignet.

Die australischen Rinder sahen in ihren abgelegenen Weidegebieten selten Menschen, waren wild und schwer zu handhaben. Was lag somit näher als die hervorragend arbeitenden Collies mit dem einheimischen Wildhund dem Dingo zu kreuzen. Man wollte einen harten, stillen, exzellent arbeitenden, besser akklimatisierten Hund züchten. Dieser Hund sollte die Vorzüge beider Rassen vereinen. Die Arbeitsfreude des Collies mit dem Stillen verbissenen Treibeigenschaften des Dingos sowie deren Fähigkeit mit den unbilligen Bedingungen des australischen Busches umzugehen. Viele unglückliche Kreuzungsversuche wurden unternommen. Die Nachkommen aus diesen Verpaarungen waren meistens zu wild, zu eigensinnig und liessen sich nicht durch den Menschen führen.

Eine der ersten Aufzeichnungen und Überlieferungen zum ACD stammen aus den Veröffentlichungen des R. Kaleski zwischen 1835 und 1840 über den Hall´s Heeler. Einen blauen dingoartigen kleinen Hund aus den Hunter Valleys. Mr. Thomas Smith Hall, ein Mitglied einer bekannten Siedlerfamilie importierte zwei Blue Merle Highland Collies. Diese Hunde waren bekannt für ihre Arbeitsqualitäten am Rind. In einem Zuchtversuch diese Hunde für die australischen Verhältnisse zu optimieren, kreuzte er die Collies mit Dingos.

Daraus resultierte ein härterer, mutigerer Hund, welcher fähig war diese viel wilderen Rinder zu arbeiten und über weite Strecken selbst unter den extremen klimatischen Bedingungen zu treiben. Dies taten die Hall´s Heeler,auch bekannt als Queensland Heeler oder Blue Heeler, mit der dingotypischen art des stillen "hinterherschleichens" und zwicken in die "hocks" die hinteren "fersen" der rinder. Dieses Heelen (heel =Ferse, Hacke) verlieh den Hunden seinen Namen.

Eine der wichtigsten Personen in der Geschichte der ACD, war der Journalist R. Kaleski (1877-1961). Robert Kaleski begann mit seinem 16. Lebensjahr die Zucht der ACD´s und führte diese bis zu seinem Tod im Jahr 1961 fort. Kaleski war verantwortlich für viele Publikationen zum Thema Cattle Dog und er stellte als erster einen Standard für Australian Cattle Dogs im Jahre 1903 auf. Im Jahre 1904 wurde dieser Standard vom Kennel Club of New South Wales übernommen. Von der Substanz gleicht der Kaleski Standard dem heute gültigen Standard des Ausralian National Kennel Council. Robert Kaleski veröffentlichte im Jahre 1914 das Buch "Australian Barkers and Biters". Seine Theorien sind teilweise umstritten, jedoch gilt Mr. Kaleski zweifelsohne zu den Begründern der ACD Zucht.

Zeitgleich mit Kaleski begannen J. und H. Bangust, C. Pettit, J. Brennan, A.Davis und Tom Bentley die Zucht von ACDs. Es gibt viele Theorien über Einkreuzungen und Zuchtversuche. Eine Theorie besagt, dass Dalmatiner von den Bangusts eingekreuzt wurde um die psychischen Fähigkeiten im Umgang mit Menschen und vor allem mit Pferden zu verpessern. Vieles spricht aus der heutigen Sicht der Dinge für diese Annahme. Farbgebung, weissgeborene Welpen, aber auch Probleme mit der Bezahnung sowie die Taubheit könnten aus den Dalmatinereinkreuzung entstanden sein. Ebenso umstritten ist die Annahme, dass Australien Shepherds sowie Kelpies an der Entstehung der ACD mitgewirkt haben.

Die Halls Heeler der damaligen Zeit entwickelten sich weiter und wurden zur Legende. Die heutigen ACD´s gleichen stark den Hall´s Hunden von damals. Die Beschreibung eines kleineren, breit geratenen Dingos gilt immer noch als anzustrebendes Ideal für die heutige Zucht. Ein Hund mit einer in der Natur unauffälligen Färbung und den schnellen Bewegungen eines fliegenden Schattens - kein sicheres Ziel für Huftritte und scharfe Hörner bietet - ein Optimum an Arbeitshund.